Warum Rechtfertigungen in achtsamer Kommunikation nichts verloren haben – Der Unterschied zwischen Erklärungen und Rechtfertigungen

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Zur Achtsamkeit gehört vor allem eins: Selbstreflexion. Wie oft habe ich mich in meinem Leben gerechtfertigt? Vor mir und vor anderen. Wohl gefühlt habe ich mich damit nicht. Es kostete Kraft und führte zu vielen Konflikten.

Seitdem ich mich mit gewaltfreier und achtsamer Kommunikation beschäftige und die Fähigkeit zur Selbstreflexion entwickelt habe, fiel mir auf: Rechtfertigungen haben in achtsamer Kommunikation nichts zu suchen. Durch Rechtfertigungen habe ich unbewusst versucht, die Verantwortung von mir auf andere zu übertragen. Oft genug habe ich damit Dinge vor mir selbst schön geredet. Und ich habe andere Menschen beobachtet, in der Kommunikation mit mir: Es gab viele Rechtfertigungen und das eskalierte noch jedes einzelne Mal. Von Wertschätzung, Respekt und einer Kommunikation auf Augenhöhe konnte ich nichts mehr spüren.

Wo liegt er nun – der Unterschied zwischen Rechtfertigung und Erklärung?
Den Unterschied spüre ich in der Kommunikation. Rechtfertigung ist eine Mauer bauen – sich erklären, ist dem anderen Menschen die Hand reichen und Verantwortung übernehmen. Mit einer Erklärung zeige ich mich verletzlich und somit authentisch. 

Rechtfertigungen werden benutzt, um das eigene Verhalten zu untermauern. Ich bin im Recht. Ich stelle meine Wahrheit auf und rechtfertige mein Handeln damit, vielleicht auch vor mir selbst. Bei einer Rechtfertigung geht es darum klarzustellen, mein Handeln oder meine Worte waren OK und richtig – ohne Wenn und Aber. Egal, ob es doch Fehler war und ich vielleicht sogar jemanden verletzt habe. Flucht vor der Verantwortung – sich davon befreien wollen, bewusst oder unbewusst.
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Achtsamkeit in der Kommunikation – Ohne Empathie geht nichts!

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Wenn Achtsamkeit nur ein Schlagwort ist um eigene Interessen durchzusetzen, ist es keine Achtsamkeit. Ich habe in den letzten Wochen viel über Achtsamkeit im Umgang und in der Kommunikation miteinander nachgedacht.
Pseudo Achtsamkeit ekelt mich an und ich kann damit auch nichts mehr anfangen. Woran ich merke, dass es sich um wirkliche Achtsamkeit handelt, schreibe ich hier mal auf:

Achtsamkeit hat viel mit Empathie und Mitgefühl zu tun, auch in der Kommunikation miteinander.
Wo keine Empathie und kein Mitgefühl zu erspüren sind und es dir nicht entgegen gebracht wird, da ist auch keinerlei Achtsamkeit im Spiel. Achtsamkeit ist NICHT nur auf die eigenen Interessen und Bedürfnisse zu achten.
Sobald ich jemandem erklären muss, was Mitgefühl ist, was Empathie ist und vor allem der Moment, wo ich darum werben muss und bitten –  ist der Punkt gekommen zu sehen:
Die Kommunikation führt ins Nirgendwo.

Achtsamkeit miteinander ist nicht zu reagieren, sondern in Beziehung zueinander treten. Wirklich zuhören, aufeinander eingehen, die Gefühle des anderen Menschen berücksichtigen – DAS ist Achtsamkeit! Weiterlesen