Gedanken und Gefühle machen uns nicht aus – Meditation für das „dahinter“

Gedanken und Gefühle machen uns nicht aus – Meditation für das „dahinter“

 

Unsere Gefühle, Gedanken, unsere Erfahrungen, Situationen und Umstände sind das was uns handeln lassen. Und das meistens unbewusst: Muster und Prägungen.
Bis ich mit der Meditation angefangen habe, dachte ich wirklich ich bin diese Gedanken und Gefühle, sie machen mich aus. Nur so ist es nicht.

Durch die Meditation habe ich gelernt dahinter zu schauen, zu beobachten. Wer bin ich hinter all meinen Erfahrungen, hinter meinen Ängsten, hinter den Erwartungen anderer Menschen und der Gesellschaft? Wer bin ich hinter meinen Mustern und Prägungen?

Wie ich vorher reagiert habe und Dinge erlebt? Jede Situation war, als hätte jemand einen Stein ins Wasser geworfen, Wellen entstanden. Und meistens habe ich gehandelt, bevor sich diese Wellen beruhigt hatten. Bevor ich klar denken und sehen konnte. Ich nannte das: Ich bin eben spontan und emotional.
Sich auf den Hintern zu setzen, zu meditieren, wirklich klar zu sehen. Das war völliges Neuland für mich. Dadurch hinter meine Emotionen zu sehen, zu beobachten, wie Gedanken weiterziehen, war am Anfang sehr erstaunlich. 
Zur Ruhe zu kommen, wirklich in mich zu schauen, mich zum ersten Mal richtig wahrzunehmen, teilweise erschreckend und erfordert Mut. 
Meditation ist eben auch: Sich selbst kennenlernen und richtig mit der eigenen Person auseinandersetzen. 
Und nicht alles, was man da sieht, ist schön. 

Diese Erkenntnisse und Erfahrungen erlauben es mir aber auch, bewusster zu handeln und zu entscheiden. Achtsam für bestimmte Gefühle und Gedanken zu sein, mich nicht davon leiten zu lassen.

Meditation ist wie ein Filter: Das laute Gebrabbel des Gehirns einfach mal filtern und es bleibt übrig, was wichtig ist. Dieser „Zustand“ gestattet es mir, Fakten zu sehen, ohne von Emotionen überwältigt zu werden. Ich kann mich selbst hinterfragen und besser reflektieren.
Achtsam zu werden, durch Meditation, hilft mir diesen Prozess in mein Leben zu integrieren. Das passiert ganz automatisch. Diese Klarheit und Ruhe, einatmen und ausatmen. Warten bis sich die Wogen glätten.
Das Wissen: Ich bin nicht meine Gedanken in dem Moment, ich bin nicht, was ich fühle. Das wird vorübergehen. Ich bin die dahinter: Und dann handeln, bringt Frieden und Ruhe.

Wie oft beurteilen wir Menschen und uns selbst? Geprägt durch den Filter unserer Erfahrungen, unserer Emotionen? Wir sehen den Menschen nicht, wie er ist. Wir sehen ihn, wie wir ihn wahrnehmen. Dabei kennen wir uns nicht mal selbst. 
Meditation hilft auch da, einen anderen Fokus zu setzen: Mehr Mitgefühl zu entwickeln, geduldiger und achtsamer zu werden. Denn wie oft finden und sehen wir Dinge in anderen Menschen, die wir nicht mögen und ablehnen, meinen aber eigentlich uns selbst. Wie oft sind wir enttäuscht von jemandem und eigentlich meinen wir uns. Wenn wir nur richtig hinsehen würden. Nur das tun wir oft nicht!

Auf den Grund der Dinge gehen, das funktioniert nur, wenn ich mich selbst kenne und reflektieren kann. Bewusst handeln kann ich nur, wenn ich achtsam bin und weiß, wer ich wirklich bin. Was ich denke und fühle, macht mich nicht aus. Wie ich danach handele, ausgerichtet nach meinen Werten, das ist es.

  1. Sehr schöner und vor allem wahrer Beitrag! 😉

    Allerdings würde ich bezüglich der Aussage „Wir sehen den Menschen nicht, wie er ist. Wir sehen den Menschen, wie wir ihn wahrnehmen.“ einwerfen, dass das okay ist, weil sich die Menschen dazu entscheiden sich so zu verhalten, wie man sie dann wahrnimmt. Natürlich sollte man nicht nur danach leben anderen nur zu gefallen, aber bis zu einem gewissen Grad darauf achten genauso, wie die Gegenseite für Verständnis Fragen stellen sollte. An der Wahrnehmung sind also immer Aussender UND Empfänger beteiligt. ^^

    *Eigentlich ist das ein so minimaler Punkt zwischen all den anderen wichtigen Dingen im gesamten Text, aber ich wollte das angerissen haben, nach der gefühlt einseitigen Darstellung an der Stelle… ^^
    Nichtsdestotrotz mag ich den Beitrag wirklich sehr <3

    • Ja das stimmt. Ist etwas holprig formuliert, werde nochmal darüber nachdenken. Ich meine eher: Wir beurteilen nach unseren vorgefertigten Filtern. Viele (auch ich oft nicht, jetzt immer mehr) versuchen nicht wirklich dahinter zu schauen. <3

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