Die Tür war immer offen – Was Achtsamkeit verändern kann

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Wie lange und wie oft habe ich das mit den Veränderungen im Leben versucht? Jedesmal gescheitert, meistens schon zu Beginn. Dabei war mir immer klar: Raus aus der Depression geht nur, wenn du etwas änderst, raus aus den Mustern und Prägungen. Endlich die eigenen Werte leben können.

Veränderungen. Wie bedrohlich das klingt.

Das Ergebnis? Ich habe es versucht! Ich habe daran gearbeitet: Meine Vergangenheit analysiert. Woher mein Verhalten kommt. Welche Ursachen es in meinem Leben gibt, damit ich etwas ändern kann. Bücher verschlungen, Therapien etc. Ich bin den Worten und den Wegen anderer Menschen gefolgt.
Was auf der Strecke geblieben ist? Einfach nur ACHTSAM SEIN!
Alleine das Wissen zu Veränderungen, zwanghaft zu versuchen es umzusetzen, bewirkte das Gegenteil.

Vor 1,5 Monaten dann die Erkenntnis und der Durchbruch:
Meditation bringt mich zu mir. Meditation schafft mir den Raum im Kopf und die Klarheit, die ich brauche. Was nutzt es meine Vergangenheit zu analysieren, alles wieder ans Licht zu zerren? Was nutzt es denn mir meine Fehler ständig vor Augen zu halten? Was nutzt es mich permanent in der Opferrolle zu suhlen?
„Ich muss das jetzt hinbekommen“ ständig kreiste dieser Gedanken in meinem Kopf. Die Veränderungen muss ich hinbekommen. Ich habe Listen gemacht und geplant, wie und was ich ändere. Wie viel Kraft und Energie habe ich in den Veränderungsprozess gesteckt! Und ich habe es nie geschafft.

Ich stand vor einer verschlossenen Tür und der Schlüssel fehlte. Ich habe mich viele Jahre damit beschäftigt und darüber gegrübelt, wie man diese verdammte Tür öffnen kann. Am Ende, nach Wochen der Meditation habe ich einfach die Klinke runtergedrückt und die Tür öffnete sich. Sie war nicht verschlossen. Das war nur in meinem Kopf. Ich brauchte keinen Schlüssel.
Tausend Lehrern zuzuhören, wie man eine Tür ohne Schlüssel öffnet und alle Werkzeuge der Welt haben mich nicht zum einfachsten Ergebnis geführt.

Seitdem ich nicht mehr versuche es hinzubekommen, beginnt es zu funktionieren. So simpel! Ich habe mir selbst im Weg gestanden. Und ich habe mich dafür geschämt und ich habe mit mir gehadert.

Der krampfhafte Versuch Veränderungen zu bewegen, hat nichts bewirkt.

Das Wichtigste, was ich durch die Meditation gelernt habe: Achtsam leben und nicht daran arbeiten. Das kostet keine Kraft und keine Energie, es gibt mir welche.

3x täglich meditieren, hat mir die Augen geöffnet. Ein achtsames Leben führen, ist was ich brauche und immer wollte. Darauf kann ich nicht hinarbeiten. Ich tue es einfach. Und seitdem ich das lebe, kommen langsam auch die Veränderungen in mir, mein Leben ändert sich.
Zum ersten Mal habe ich erkannt:

Sei nachsichtig mit dir selbst, habe Selbstmitgefühl, betreibe Selbstfürsorge.
Das ist der entscheidende Punkt: Mich selbst in meine Werte einbeziehen, hilft mir, sie nach außen zu leben.

Achtsamkeit hilft mir dabei, dies endlich zu sehen. So wie andere Dinge auch. Achtsamkeit zu leben hat mir geholfen, meine Gedanken etwas mehr unter Kontrolle zu bringen. Nicht weil ich jetzt krampfhaft daran arbeite, sondern durch die tägliche Meditation ist es einfach so passiert.

Und nein, mir geht es nicht prima und nicht alles ist gut. Ich habe ein Trauma zu bewältigen. Ich kann dieses Trauma und die Depression mittlerweile akzeptieren.

Was ich früher mit Willen und mit großen Veränderungsprozessen in Verbindung gebracht habe, verbinde ich heute nur noch mit einem: Achtsamkeit. Auf mich achten, auf andere achten, bewusstere Entscheidungen treffen können und das mit mehr Ruhe und Gelassenheit, als ich es jemals für möglich gehalten habe. Meine Perspektive verändert sich Stück für Stück und nicht, weil ich daran aktiv arbeite.

Es ist kein Weg, den ich jetzt gehe. Ich werde am Ende kein Abzeichen bekommen und irgendwann damit fertig sein. Es ist mein Leben, was ich jetzt lebe. Nicht darauf schielen, was irgendwelche Veränderungen irgendwann mal bewegen. Im Jetzt sein, mit allem was dazu gehört.

Das ist meine Erkenntnis, es ist nicht die von anderen Menschen. Und genau das ist mein Punkt in diesem Artikel: Tausend Menschen können euch ihre Geschichte erzählen. Tausende Lehrer können euch Werkzeuge an die Hand geben. Ihr seid es selbst, es kommt aus euch. Die Erfahrung, die andere Menschen machen, müssen nicht eure sein und können es auch nicht.

PS: Das tolle Foto ist von @luckycat12 (Twitter). Ich freue mich, dass sie es mir zur Verfügung gestellt hat.

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