Akzeptanz: Das andere „Loslassen“

justin-docanto-654474-unsplash.jpg

„Loslassen“

Wie viel Kraft und Energie habe ich den letzten Jahren darauf verschwendet? Wie oft wurde mir gesagt: „Du musst nur loslassen!“? Wie oft habe ich mich geschämt und schuldig gefühlt, weil ich es einfach nicht geschafft habe. Bin ich unfähig? Stelle ich mich an? Was mache ich falsch? Habe ich es nicht genug versucht?

„Loslassen“ kann ich einfach nicht. Oft genug habe mich wie eine Versagerin gefühlt.

Was aber, wenn loslassen für mich eben nicht das Richtige ist? Was wenn ich es anders sehe?

Akzeptanz!

Akzeptieren es gehörte zu meinem Leben: Der Mensch, das Ereignis…was auch immer das ist, was ich unbedingt loslassen möchte. Vielleicht wurde ich dadurch geprägt, wahrscheinlich habe ich dadurch gelernt. Viel zu oft verbinden wir mit Dingen, die wir so unbedingt auch loslassen möchten auch: Liebe, Dankbarkeit und Wertschätzung. Nicht nur: Schmerz und Verlust. Loslassen möchten wir doch eigentlich nur  die „negativen“ Gedanken und Gefühlen, die wir damit verbinden. 
Warum dann loslassen? Annehmen, akzeptieren, nicht mehr darauf fokussieren. Das geschieht dann irgendwann von alleine. Aktiv versuchen etwas unbedingt los zulassen bindet zu viel Energie im Jetzt.

Es zu akzeptieren heißt für mich auch, die schönen Momente zulassen zu können, die ich damit verbinde. Akzeptanz hilft mir auch, nicht mehr meine ganze Aufmerksamkeit darauf zu legen, zulassen können wenn Gefühle und Gedanken aufkommen: Mich aber nicht davon bestimmen lassen. Raum schaffen für Neues heißt nicht, alles andere ziehen lassen zu müssen.

Akzeptanz ist auch Stärke. Mit dem Gefühl der Akzeptanz verliere ich auch das Gefühl von Scham und versagt zu haben, weil ich eben nicht loslassen kann.

Vielleicht hatte ich auch eine falsche Sicht auf diese Dinge und manchmal hilft es lediglich ein Wort auszutauschen, um eine andere Perspektive zu finden. 

PS: Natürlich ist es nicht einfach und es tut verdammt weh. Wie lange? Ich weiß es nicht…Den Weg werde ich gehen. Mir hilft Meditation sehr und ja, manchmal laufen mir die Tränen wenn dabei bestimmte Gedanken und Gefühle hochkommen. Das ist ok, das ist menschlich.

  1. Ja, das sehe ich genauso. Der Loslassen-Spruch ist nicht sonderlich hilfreich. Mit Akzeptanz kann ich wesentlich mehr anfangen. LG Daniel.

    • Hat bestimmt bei manchen auch die Bedeutung von Akzeptanz…bei vielen scheint es aber wirklich um weg und vergessen zu gehen. LG Denise

  2. Ich finde, dieses zwanghafte Loslassen hat etwas von “es loswerden wollen“. Akzeptanz ist es aber, die auch mich persönlich weiterbringt, denn alles, was mir auch an blöden Sachen passiert (ist), ist ein Teil meines Lebens. Wird es immer sein, und macht mich zu dem, was ich bin und sein werde.

  3. Wieder ein toller, zum Nachdenken anregender Beitrag.
    Genau wie du es beschreibst: es gibt nicht einen, nicht den richtigen Weg.
    Jeder hat seinen eigenen Weg. Danke, dass du deinen (mit)teilst! Viel Kraft dir!!!

%d Bloggern gefällt das: